📋 Detaillierter Stundenverlauf
1. Einstieg (5 Minuten) – Plenum
Ziel: Aktivierung von Vorwissen und Sensibilisierung für das Thema
- Lehrerimpuls: „Was ist euch auf TikTok, Instagram oder WhatsApp schon für komische oder unglaubwürdige Inhalte begegnet?“
- Sammeln von Beispielen an der Tafel (z. B. Wunderprodukte, Promi-Werbung, schockierende Nachrichten)
- Überleitung: „Heute werdet ihr zu Fake-Hunters und lernt, die Tricks der Betrüger zu durchschauen.“
2. Arbeitsauftrag 1: Echte Fälle – Falsche Nachrichten (45 Minuten) – Partnerarbeit
Ziel: Analyse von KI-generierten Falschmeldungen anhand von drei realen Fallbeispielen; Entwicklung von Erkennungsstrategien
Phase 1: Fallanalyse (30 Minuten)
Die Schüler*innen bearbeiten die Fragen zu den drei Fällen in Partnerarbeit:
🔍 Fall 1: Krankenhaus-Angriff (YouTube)
• 1.1 Typische KI-Merkmale (Mimik, Stimme, Lippen) → ca. 8 min
• 1.2 Geschäftsmodell (Mitgliedschaften, Werbung) → ca. 4 min
• 1.3 Recherche auf correctiv.org → ca. 3 min
🔍 Fall 2: Organhandel (TikTok)
• 2.1 Bildanalyse (Abzeichen, Blaulicht) → ca. 5 min
• 2.2 Gefühl vs. Fakten (Emotionen) → ca. 5 min
• 2.3 Recherche auf dpa-factchecking → ca. 3 min
🔍 Fall 3: Mona Vetsch (Instagram)
• 3.1 Masche mit Prominenten → ca. 4 min
• 3.2 Die Regel (Kurze Zeit = viel Geld) → ca. 4 min
• 3.3 (Hausaufgabencharakter) Screenshots
Phase 2: Plenumspräsentation (15 Minuten)
- Pro Fall stellt ein Paar die Ergebnisse kurz vor (ca. 2 Minuten pro Fall)
- Sicherung: Gemeinsames Erstellen einer Liste mit Warnsignalen an der Tafel
- Die Lehrkraft ergänzt und vertieft bei Bedarf
3. Arbeitsauftrag 2: Werde zum Profi-Checker (30 Minuten) – Einzelarbeit
Ziel: Systematische Vermittlung von Erkennungsmerkmalen und praktischen Prüfstrategien
Phase 1: Theoretische Inputs (10 Minuten)
5 wichtigste Erkennungsmerkmale für KI-Fakes:
😐 Mimik: unnatürlich, leblos
👀 Augen: fehlendes oder unnatürliches Blinzeln
🗣️ Stimme: monoton, seltsame Betonung
🖐️ Hände/Körper: Verformungen
🌄 Hintergrund: verschwommen, falsche Details
⏰ Dringlichkeit: „Nur heute!“ – psychologische Druckmache
Prüf-Tools & Anlaufstellen:
CORRECTIV Faktencheck
dpa-Faktencheck
Mimikama
Verbraucherzentrale
Google Rückwärtssuche
dpa WhatsApp
Phase 2: Praktische Aufgaben (15 Minuten)
- 4.1 WhatsApp-Falle: Warum sind Nachrichten von Freunden gefährlich?
- 4.2 Tool-Test: Recherche auf correctiv.org oder dpa-factchecking.com nach aktuellem Fake
- 4.3 Kettenbrief-Regel: Warum löschen, nicht weiterleiten?
Phase 3: Sicherung (5 Minuten)
- Vergleichstabelle Fake-Shop vs. seriöse Seite besprechen (siehe unten)
- Schüler*innen notieren sich die wichtigsten Merkmale
| Merkmal |
❌ Fake-Shop / Fake-Seite |
✅ Seriöse Seite |
| Impressum |
❌ Fehlt oder unvollständig |
✅ Vollständig mit Adresse, Kontakt |
| Preise |
🔻 Unrealistisch billig, Dauer-Rabatte |
💰 Marktübliche Preise |
| Zahlung |
⚠️ Nur Vorkasse, unbekannte Methoden |
💳 Kauf auf Rechnung, PayPal, Kreditkarte |
| Sprache |
📝 Rechtschreibfehler, seltsame Formulierungen |
✓ Korrektes Deutsch |
4. Abschluss & Diskussion (10 Minuten) – Plenum
Ziel: Reflexion und Übertragung auf gesellschaftliche Verantwortung
Präsentation der Ergebnisse aus 4.2
- Freiwillige berichten von ihren Recherche-Ergebnissen
Diskussionsfrage:
„Welche Verantwortung haben Social Media Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok im Kampf gegen Fake News und Deepfakes?“
- Impulse: Moderationspflicht? Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte? Sanktionen für Betreiber? Nutzer*innen-Mitverantwortung?
📌 Merke:
Wenn eine Nachricht dich wütend macht, dir Angst einjagt oder dir ein unglaubliches Schnäppchen verspricht – STOPP!
Erst checken, dann teilen. Nutze Faktencheck-Seiten und frage bei Freunden oder der Familie nach, bevor du etwas weiterschickst.
Ausblick / Hausaufgabe:
- Eigene Recherche zu einem weiteren Fake-Fall
- Screenshots von dubiosen Promi-Anzeigen sammeln (aus Fall 3.3)