Der Fahrlehrerverband hadert mit den Leistungen von Fahrschülern. Es mangele an einer „natürlichen Affinität zum Verkehrsgeschehen“ – mit Folgen bei den theoretischen und praktischen Prüfungen.
Nach aktuellen Einschätzungen von Fahrlehrern scheitern mittlerweile rund 65 Prozent der Fahrschüler zumindest einmal an der Führerscheinprüfung. Neben steigenden Anforderungen sehen Experten vor allem Defizite bei Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr.
Jede zusätzliche Stunde Bildschirmzeit verringerte die Wahrscheinlichkeit für gute Leistungen in Mathematik und beim Lesen, ergab eine kanadische Studie.
Für die Untersuchung begleiteten Forscherinnen und Forscher mehrere tausend Kinder über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren – von der frühen Kindheit bis in die weiterführende Schule. Das Ergebnis: Kinder, die bereits im Vorschulalter viel Zeit vor Bildschirmen verbrachten, schnitten später signifikant schlechter in standardisierten Tests ab.
Besonders deutlich zeigten sich die Effekte in den Bereichen Lesekompetenz und Mathematik. Die Forschenden betonen, dass vor allem passiver Medienkonsum – etwa langes Videoschauen – problematisch sei. Aktive Nutzung oder pädagogisch begleitete Lernangebote zeigten deutlich geringere negative Effekte.
Als mögliche Ursachen nennen die Studienautorinnen und -autoren den Wegfall wichtiger Entwicklungsprozesse. Zeit vor Bildschirmen verdränge Sprachinteraktion, Bewegung, freies Spiel und soziale Erfahrungen, die für Konzentration, Problemlösefähigkeit und schulisches Lernen zentral seien.
Fast alle weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen haben inzwischen feste Regeln für den Umgang mit Smartphones eingeführt. Rund die Hälfte der Schulen geht dabei noch einen Schritt weiter und verbietet Handys im Schulalltag vollständig.
Das geht aus einer landesweiten Umfrage des Schulministeriums hervor. Ziel der Maßnahmen sei es, die Konzentration im Unterricht zu verbessern, soziale Interaktion zu fördern und Konflikte rund um digitale Medien zu reduzieren.
Viele Schulen berichten bereits von positiven Effekten: weniger Ablenkung im Unterricht, mehr Gespräche in den Pausen und ein insgesamt ruhigeres Schulklima. Kritiker hingegen warnen davor, dass ein pauschales Verbot nicht die notwendige Medienkompetenz fördere.
Das Land setzt daher auf klare Regeln statt völliger Regellosigkeit. Schulen sollen selbst entscheiden, ob Smartphones vollständig untersagt oder nur in bestimmten Situationen – etwa in Pausen oder für Unterrichtszwecke – erlaubt sind.
Regierungen weltweit reagieren zunehmend auf die wachsenden Probleme durch Smartphones im Schulalltag. Immer mehr Länder verbannen mobile Endgeräte aus Klassenzimmern oder reduzieren gezielt den Einsatz digitaler Technik in Kindertagesstätten und Schulen.
In Frankreich gilt bereits seit 2010 ein Handyverbot im Unterricht. 2018 wurde dieses zu einem umfassenden Verbot internetfähiger Geräte wie Smartphones, Tablets und Smartwatches ausgeweitet – und zwar für alle Schulgebäude sowie schulische Aktivitäten außerhalb des Geländes.
Auch andere Länder ziehen nach: Die Niederlande führen 2024 ein landesweites Smartphone-Verbot an Schulen ein. In Schweden wurden nach einem Bericht des Karolinska-Instituts von 2023 Tablets aus Vor- und Grundschulen wieder entfernt. Stattdessen investierte der Staat gezielt in gedruckte Schulbücher.
Ziel all dieser Maßnahmen ist es, wieder mehr Ruhe, Konzentration und soziale Interaktion im Schulalltag zu ermöglichen. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass digitale Geräte zwar Lernprozesse unterstützen können, im Alltag jedoch häufig zur Ablenkung werden.
Während viele Länder klare politische Entscheidungen treffen, wird in Deutschland weiterhin vor allem diskutiert. Einheitliche Regelungen fehlen bislang – trotz zunehmender Hinweise aus Forschung und Praxis.